Münchwies entstand im letzten Jahrzehnt des 17. Jahrhunderts. Der Ursprung geht auf eine Gruppe von Waldarbeitern aus dem luxemburgisch-belgischen Grenzraum zurück, die sich hier niederliessen. Sie nahmen ein Gebiet in Besitz, das schon im Mittelalter besiedelt und landwirtschaftlich genutzt war.
Der Name Münchwies taucht erstmals im 16. Jahrhundert auf und geht auf eine grosse Wiese zurück, die von Mönchen (aus dem heutigen Wörchweiler) bewirtschaftet wurden. Da die Entfernung nach Wörschweiler relativ gross war (Luftlinie 13 km), hatten die Mönche einen Klosterhof errichtet, der etwa im Zentrum des heutigen Dorfes lag. Die erste urkundliche Erwähnung im Bereich der Gemarkung Münchwies gab es bereits 1303. Dort wurde laut Urkunde ein Wiesenstück im Münchwieser Saubachtal an das Kloster in Wörschweiler verpfändet. Eine frühere urkundliche Erwähnung im Jahre 1263 kann nicht bewiesen werden. Von einem Hof in Münchwies wird erstmals etwas am 13. Dezember 1346 erwähnt.
Im Bannbuch von 1741 wird der Hof nochmals als Ruine (unerbaute Hofstatt) erwähnt, der unter den Gemeindeleuten Anton Brecker und Matz Peter aufgeteilt wurde. Ersterer hatte darauf eine Scheune, letzterer eine Wohnbaracke errichtet, die später einem Steinhaus wich. Das Gehöft stand oberhalb der jetzigen Schule und hatte die Ausmasse, dass es sich über die Grundstücke von Morgenstern, Lang, Schilling und Ruffing zog. Die Gartenmauer der Morgensterns soll angeblich noch aus den Steinen des Klosterhofes aufgebaut sein. Die eigentliche Entstehung des Ortes liegt aber etwa im Zeitraum 1689 bis 1701. Die erste Einwohnerliste des ehemaligen Oberamtes Ottweiler, die Münchwies erwähnt, ist die Salzliste vom 7. und 8. Februar 1701; sie führt sieben Familien auf:


                1. Pierre Gallot
                2. Die Witwe Dumont
                3. Jean Jacques
                4. Jacques Beauseler
                5. Marcq Peire
                6. Michael Dumont
                7. Nicolas le feuvre

Im Kirchenregister der Pfarrei Mittelbexbach wird Münchwies erst im Jahre 1703 erwähnt.
Am 15. März wurde Wilhelm Boden Collin, Sohn des Johann Collin und Margarethe Fulon getauft, der am Morgen des gleichen Tages zur Welt kam. Frühere Einträge,die Münchwies nicht namentlich benennen, aber mit Sicherheit Münchwies zuzuordnen sind, sind:

 

28. April 1699: Hochzeit von Michael Dumont (Salzliste Nr.: 6), Sohne des Varnier Dumont, und Marie Collinet, Tochter des Pierre Collinet
03. März 1700: Tod des Varnier Dumont im Alter von ca. 60 Jahren. Die in der Salzliste erwähnte Witwe ist seine Frau Marie Jacobé
19. Juli 1699: Tod der Anne Bartolomé, Frau des Jean Collin Jacques (3), der am 03. Aug. 1701 Margarethe Foulon heiratet (Siehe Kindtaufe oben)

 

Frühere urkundliche Erwähnungen sind leider keine aufzufinden. Vermutungen liegen aber nahe, dass Münchwies im gleichen Jahr wie Frankenholz (1697) gegründet wurde. Da von Frankenholz eine Gründungsurkunde vorliegt in der der Name Dumont auftaucht, und im Ortskern von Münchwies die oben erwähnte Familie Dumont sehr viel Land besass, kann man davon ausgehen, dass es sich bei den Dumont´s um eine Sippe handelte, die unsere Region zur gleichen Zeit besiedelte. Schon bald verliessen diese Familien oder ihre Nachkommen Münchwies wieder, sodass Basler die einzige Sippe ist, die bis heute im Ort wohnt. Durch Einheirat und Zuzug kamen aber dann neue Familien, wie Kurtz, Tholey, Schulz, Bröcker, Johann, Müller, Holzer, Hamm, Hans, Raber, u.a.

 

Von nun an entwickelte sich Münchwies, zu dem was es heute ist.
Wir haben aus altem Kartenmaterial eine Entwicklungsanimation von Münchwies erstellt, auf der Seite "Animation" abzurufen ist.

Der Ortsname

Der Name Münchwies taucht zum erstenmal in Dokumenten des 16. Jahrhunderts auf und ist dort in mehreren Schreibvarianten als "munchwissenn", "Munchs wiessen", "Munchwiess" oder "Munchwiesen" belegt. Er geht auf eine grosse Wiese auf Münchwieser Gelände zurück, die im Mittelalter den Zisterziensermönchen von Werschweiler - heute-. Wörschweiler bei Homburg - gehörte.
Da die Entfernung zum Kloster in Werschweiler relativ gross war, bewirtschafteten die Mönche die Wiese und die anderen Ländereien durch einen nahegelegenen Klosterhof, der im Zentrum des heutigen Dorfes Münchwies stand. Der Name Münchwies ist daher als "Wiese der Mönche" zu deuten.
Die Bezeichnung Münchwies ist älter als das Dorf gleichen Namens, das erst ausgangs des
17. Jahrhunderts entstanden ist. Die ersten Siedler, die die dörfliche Anlage auf dem ehemaligen Klosterbesitz errichteten, übernahmen die in der Umgebung überlieferte Flurbezeichnung und machten sie zum Namen ihres neuen Ortes.

Quelle: Münchwies - Werden und Wandel eines Dorfes

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