Der Maldiss im Ottweilerschen

Der nassau-saarbrückische Oberforstmeister v. Maldiss bedrängte bei Lebzeiten die Bauern und machte ihnen so viel Verdruss, dass er nach seinem Tode verdammt wurde, in der Parforcejagd in bestimmter Richtung durch die Luft zu ziehen. So tritt er dann auch in Vergeltung solchen Tuns in den Waldungen als Gespenst auf, bald erscheint er ohne Kopf auf einem Schimmel, bald in grosser, vornehmer Gesellschaft in einem mit vier Rossen bespannten Wagen, in welchem es bunt und lustig zugeht.
Die "Parforcejagd" hat man noch vor 90 bis 100 Jahren im Ottweilerschen, so auch in der Münchwieser Gegend, überhaupt gehört und zwar im Frühjahr und im Herbst. Dieselbe ging wie eine Windsbraut durch die Lüfte. Waldhörner und trompeten schmetterten, es wurde in die Luft geschossen, die Hunde bellten, und stets dauerte sie bis zur Mitternacht.
Von der Eichelmühle herauf ist noch eine starke uralte mauer vorhanden, die den Namen führt "am Einsprung". In dem dahintergelegenen Gewälde (Hochwald) hielten die adeligen Herren an Sonn- und Feiertagen grosse Treibjagden ab. In das Treiben war auch der sogenannte Birfang (Eberfang) eingeschlossen. Die Einwohner mussten das Wild bis zur vorgenannten Mauer treiben, wo es dann beim herunterspringen von den Jägern erlegt wurde. Auch waren sie, unter Strafe, verpflichtet, dies Wild zu nähren und zu bewachen und zu hegen. Die "Parforcejagd" dehnte sich auch über den Taubenkopf und Jungenwald aus.

(Quelle: "Die Sagen der Saar" - Karl Lohmeyer - Minerva-Verlag Thinnes & Nolte)


Der Ruckert

In dem Gelände "der finstere Stern", zwischen Hangard und Steinbach, trieb früher der Ruckert sein Unwesen, der seinen Namen vom Rücken und Verschieben der Grenzsteine zu Lebzeiten aus eigennützigen Gründen erhalten hat. Oftmals erschien er nachts weithin sichtbar als glühendes unstetes Sternenlicht über dem finsteren Stern gerade. Mancher will auch den Ruf gehört haben: "Wohin soll ich die Mark setzen". Doch ist bekannt, ob er schliesslich durch das übliche Erlösungswort: "Wo du sie geholt hast" entlastet wurde. Ein angeblich beherzter junger Mann aus Münchwies soll denselben eines Abends, als er von einem gewissen Orte kam und das gespenstische Licht betrachtete, auf die Kirmes geladen haben, derweil er sich nur wenige Schritte von seiner Haustüre befand, während der Ruckert in direkter Entfernung mindestens eine halbe Stunde weit weg war. Doch kaum hatte er den Geist gereizt, als ein Licht fauchend in rasendem Tempo heransauste.
Mehr tot als lebendig erreichte der junge Mann noch den Hausflur und hatte noch eben Zeit, die Türe hinter sich zuzuschlagen, wodurch dem gereizten Ruckert die Gewalt der Rache unmöglich war.

(Quelle: "Die Sagen der Saar" - Karl Lohmeyer - Minerva-Verlag Thinnes & Nolte)


Der Spuk vom steinernen Mann von Münchwies

Bei Münchwies, am Wege von Neunkirchen nach Bexbach, wo früher "der steinerne Mann" (Bildsäule des Merkur) gefunden wurde, geht es um. Ein Geist geht in allerhand Tiergestalt da, sei es als dreibeiniger Hase, junge schöne Katze oder gar freundlicher Hund. Man darf die Tiere aber ja nicht berühren oder anreden, sonst bekommt dieser Geist Gewalt über einem. Auch zwei Hunde von gleicher Grösse, einer blau, der andere grauschillernd, wurden in dieser Gegend des Hangarderfeldes wohl schon beobachtet.
Ein aus Münchwies gebürtiger Mann erzählt dazu auch noch dieses: "Als junger Mann von 23 Jahren kam ich in dieser Zeit der Heuernte gegen Abend, als es noch ganz hell war und auch noch Leute nahe am Heu arbeiteten, von Neunkirchen her von der Grube. Im Distrikt Hangarderfeld in der Nähe vom steinernen Mann (einerseits freies Feld, ücker und Wiesen, andererseits Wald) merkte ich, dass durch den Wald mir stets etwas zur Seite ging. Ein Tier konnte es nicht sein, da ich kein Rascheln im Laub hörte. Blieb ich stehen, hörte ich keine Schritte mehr, ging ich weiter, vernahm ich sie wieder. Ganz nahe an dem Kreuzweg angekommen, fiel plötzlich hoch aus der Luft ein feuriger Klumpen, gehüllt in Rauch, dicht vor mir nieder, dessen Klang ähnlich dem von schwerem Metall war. Zugleich erscholl ein furchtbarer Knall, verbunden mit einem Mark und Bein erschütterndem Schrei, der mich erzittern machte."
Einen feurigen Drachen will auch beim Wiesenwässern im Frühjahr ein Bauer aus Münchwies durch die Luft mit seinem langen Schweif blitzschnell dahinziehen gesehen haben.

(Quelle: "Die Sagen der Saar" - Karl Lohmeyer - Minerva-Verlag Thinnes & Nolte)

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